Das Wichtigste ist ein gewisser «Gwunder» im Bereich der Technik

Das Wichtigste ist ein gewisser «Gwunder» im Bereich der Technik

Die Astromec AG engagiert sich schon seit Jahren für Nachwuchstalente im handwerklichen Bereich. Jedes Jahr am nationalen Zukunftstag etwa gewähren Mitarbeitende ihnen nahestehenden Kindern und Jugendlichen Einblicke in ihre Tätigkeiten. Zudem bieten wir regelmässig Praktikumsplätze an für junge Menschen, die sich beruflich (um-)orientieren wollen. Bald sollen auch Lernende Konstrukteur/in EFZ hinzukommen. Im Interview erzählt Berufsbildner Benu Suter, wie es hierzu kam und worauf er sich besonders freut.

Die Astromec AG bildet 2027 zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine lernende Person aus. Warum?

Die Astromec AG wurde 1982 gegründet. Seither hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt jedoch grundlegend geändert: Zu viele junge Menschen wollen studieren, zu wenige einen handwerklichen Beruf erlernen. So erhalten wir im Vergleich zu früher weit weniger qualifizierte Bewerbungen – und mit «wir» meine ich die gesamte Branche. Statt sich lediglich über den Fachkräftemangel zu ärgern, hat sich die Astromec AG dazu entschlossen, diesen aktiv zu bekämpfen. Und zwar durch die Schaffung eines Ausbildungsplatzes zum/zur Konstrukteur/in EFZ.

Statt sich lediglich über den Fachkräftemangel zu ärgern, hat sich die Astromec AG dazu entschlossen, diesen aktiv zu bekämpfen.

Und warum gerade Konstrukteur/in EFZ? Wären Lernende in den Bereichen Metallbau oder Polymechanik nicht genauso wertvoll für die Astromec AG?

Ja, tatsächlich ist es in der Werkstatt noch schwieriger, qualifizierte Leute zu finden. Und wir haben uns schon auch überlegt, mehrere Lehrstellen zu schaffen. Aber die seriöse Ausbildung von Lernenden ist eine ressourcenintensive Aufgabe, die ein bestimmtes Mindset, viel Geduld und eine gewisse Erfahrung bedingt. Zudem ist Berufsbildung für uns ein Novum, das sich erst noch als Teil unserer Unternehmenskultur etablieren muss. Ich befasse mich schon seit Jahren mit solchen Themen und fühle mich dieser Aufgabe gewachsen. Doch um gleichzeitig den Bedürfnissen der Lernenden als auch der Kundschaft gerecht zu werden, bin ich überzeugt, dass wir erst einmal mit dem Konstrukteursberuf in dieses neue Kapitel starten sollten.

Benu Suter bei der Arbeit.

Welche Vorteile versprichst du dir von der Schaffung dieser Lehrstelle?

In erster Linie verspreche ich mir Arbeitskräfte, die nach erfolgreich bestandener Lehre sofort durchstarten können. Übernimmt man die eigenen ehemaligen Lernenden, erhält man Mitarbeitende, die bereits alle betriebsspezifischen Abläufe kennen. Das ist natürlich von unschätzbarem Wert, denn selbst die besten externen Personen bringen keine solchen Kenntnisse mit und brauchen deshalb eine gewisse Einarbeitungsphase. Das soll aber nicht heissen, dass sich die ganze Mühe nicht lohnt, sollten manche LehrabgängerInnen sich dazu entschliessen, Erfahrungen in anderen Betrieben zu sammeln. Einerseits kommen gut ausgebildete Fachleute der Region und der Branche zugute. Andererseits stärken sie unsere Marke – als Arbeitgeberin, aber auch als Geschäftspartnerin. Und schliesslich kann es ja sein, dass ehemalige Lernende eines Tages zu uns zurückkehren und so frische Ideen einbringen.

Selbst die besten externen Personen brauchen eine gewisse Einarbeitungsphase.

Und worauf dürfen sich potenzielle Lernende freuen?

Eine Lehre zum/zur Konstrukteur/in EFZ hat viele Vorteile, schon nur, weil im Anschluss alle Türen offenstehen: Wer will, kann sich auf Bereiche wie Maschinenbau, Systemtechnik oder auch Produktdesign spezialisieren. Oder aber man schlägt den Generalistenpfad ein, etwa mit einem HF-Studium der Betriebswirtschaft oder einem Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen. Es gibt unzählige Weiterbildungsmöglichkeiten! Eine Lehre bei der Astromec AG bietet zudem drei wichtige Vorteile, die es so nicht überall gibt. Erstens ist kein Tag wie der andere. Unsere Kunden stammen aus vielen unterschiedlichen Branchen und so dürfen wir abwechslungsreiche, oftmals ästhetisch sehr anspruchsvolle Produkte konstruieren. Zweitens wäre da die Nähe zur Fertigung. Bei uns ist es ganz normal, in die Abkanterei oder Schweisserei zu spazieren und sich mit den dortigen Spezialisten auf die bestmögliche Lösung zu einigen. Und schliesslich sind wir ein eher kleiner Betrieb, sodass jeder jeden kennt und man sich niemals als austauschbare «Nummer» fühlt.

Zum Schluss: Für wen eignet sich die Ausbildung zum/zur Konstrukteur/in EFZ? Welche Eigenschaften und Interessen sind hier besonders wichtig?

Das Wichtigste ist ein gewisser «Gwunder» oder Wissensdurst im Bereich der Technik. Erfolgreiche KonstrukteurInnen wollen herausfinden, wie genau die Dinge funktionieren. Hierzu sind ein Flair für Zahlen sowie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sehr hilfreich. Im Bereich der Softskills sind Detailorientierung, Durchhaltevermögen, Priorisierungsfähigkeit und Kommunikationsgeschick essenziell, um Projekte fristgerecht und in der erforderlichen Qualität abzuliefern. Interessierten empfehle ich, auf vakb.ch zu stöbern. Als wichtiger Ausbildungspartner bietet der Verband Ausbildung Konstrukteure Bern VAKB viele nützliche Informationen rund um die Lehre wie bspw. Voraussetzungen, Prüfungs- und Kursdaten oder interessante Events.

Über Benu Suter

Benjamin «Benu» Suter hat bei Gilgen Door Systems AG in Schwarzenburg BE die Lehre zum Maschinenzeichner, wie die heutige Lehre Konstrukteur/in EFZ damals hiess, absolviert. Der langjährige Prüfungsexperte für Konstrukteur/innen EFZ im Kreis Bern verfügt über ein grosses Netzwerk und ist stets über relevante Entwicklungen in der Berufsbildung informiert. An der Arbeit mit jungen Menschen schätzt er besonders, deren Reise von BerufsanfängerInnen bis zu gestandenen ExpertInnen miterleben und begleiten zu dürfen.

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